Franz Xaver Hoch
1869 Feriburg im Bbreisgau – 1916 Chtas
Lichtes Hoch, 1910
Öl auf Leinwand
rechts unten signiert und datiert
Größe: 70 x 85 cm
Rahmen: 84.5 x 99.5 cm
Rückseitig mehrere Ausstellungsetiketten
Provenienz: Kunstausstellung Speyer, Kunssalon Gerstenberger
guter originaler Zustand, Rahmen leicht beschädigt (siehe Fotos)
Besichtigung und Abholung nach vorheriger Terminvereinbarung gerne möglich
Echtheit wird schriftlich bestätigt.
Franz Xaver Hoch gehört zu jener Generation deutscher Künstler, die um 1900 zwischen den traditionellen Vorstellungen der akademischen Landschaftsmalerei und den neuen künstlerischen Strömungen der Moderne standen. Heute ist sein Name weniger bekannt als der von Künstlern wie Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt oder Leo Putz. Kunsthistorisch ist Hoch jedoch gerade deshalb interessant, weil sich in seinem Werk verschiedene Entwicklungen der deutschen Kunst um die Jahrhundertwende miteinander verbinden.
Hoch war vor allem Landschaftsmaler und Grafiker. Seine künstlerische Entwicklung führte von einer zunächst naturalistisch geprägten Freilichtmalerei über eine zunehmend impressionistische Auffassung hin zu einer stärker vereinfachten und stilisierten Bildsprache. Besonders deutlich wird dieser Wandel in seinen Druckgrafiken, in denen sich Elemente des Jugendstils und einer flächigen, dekorativen Formgebung bemerkbar machen. Die Städtischen Museen Freiburg beschrieben sein Schaffen entsprechend als von Impressionismus und der Schule von Barbizon geprägt, während seine Druckgraphik deutlich stärker dem Jugendstil verpflichtet sei.
Franz Xaver Hochs Werk steht damit exemplarisch für die Übergangszeit um 1900: Die Natur wird nicht mehr ausschließlich möglichst genau wiedergegeben, sondern zunehmend als Stimmung, Farbklang, Fläche und formales Zeichen verstanden.
Franz Xaver Hoch wurde am 15. Mai 1869 in Freiburg im Breisgau geboren. Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt er bei dem Freiburger Landschaftsmaler Emil Lugo. Anschließend studierte er an der Karlsruher Kunstakademie, wo insbesondere Gustav Schönleber zu seinen Lehrern gehörte. Auch der Einfluss Leopold von Kalckreuths war für seine spätere Entwicklung von Bedeutung.
Die Karlsruher Ausbildung war für Hoch insofern wichtig, als er hier eine solide akademische Grundlage erhielt, gleichzeitig aber mit einer Landschaftsauffassung in Berührung kam, die über die konventionelle Ateliermalerei hinausführte.
Schönleber war insbesondere für seine Landschaftsdarstellungen bekannt. Seine Malerei verband genaue Naturbeobachtung mit einer zunehmend atmosphärischen Auffassung. Bei Hoch sollte sich diese Verbindung später in besonderer Weise weiterentwickeln.
Von Leopold von Kalckreuth übernahm Hoch darüber hinaus Impulse für eine stilisierende Naturwiedergabe. Gerade dieser Aspekt ist für das Verständnis seiner späteren Arbeiten wichtig: Hoch interessierte sich zunehmend nicht mehr nur dafür, wie eine Landschaft tatsächlich aussah, sondern auch dafür, wie sie bildnerisch organisiert und vereinfacht werden konnte.
Das eigentliche Zentrum von Hochs Kunst ist die Landschaft.
Dabei beschränkte er sich nicht auf eine bestimmte Region. Zu seinen bevorzugten Motiven gehörten Landschaften des Schwarzwaldes, der Eifel und Oberbayerns, insbesondere die Umgebung des Wörthsees und von Dachau. Hinzu kamen Eindrücke von Reisen nach Italien, Dalmatien, Griechenland, ins Elsass und in die Alpen.
Bemerkenswert ist, dass Hoch häufig keine spektakulären Landschaftspanoramen wählte. Stattdessen interessieren ihn Ausschnitte, Übergangszonen, Wege, Baumgruppen, Gewässer, Dörfer oder Küstenabschnitte.
Diese Konzentration auf einen begrenzten Landschaftsausschnitt verbindet ihn mit der modernen Landschaftsmalerei des späten 19. Jahrhunderts.
Die Landschaft wird bei Hoch nicht bloß zum „Abbild“ eines bestimmten Ortes. Sie wird zum Träger einer Stimmung.
Für die Entwicklung Hochs ist die sogenannte Schule von Barbizon besonders wichtig.
Die französischen Landschaftsmaler um Barbizon hatten seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die direkte Beobachtung der Natur und die Arbeit unter freiem Himmel aufgewertet. Künstler wie Théodore Rousseau, Jean-François Millet oder Narcisse Diaz de la Peña wandten sich von idealisierten Landschaftskompositionen ab und interessierten sich für die unmittelbare Wirkung von Licht, Atmosphäre und Wetter.
Hoch übernahm nicht einfach deren Stil. Vielmehr findet sich bei ihm eine verwandte Haltung zur Landschaft.
Die Natur erscheint häufig stimmungshaft und atmosphärisch. Wetter, Licht und Tageszeit bestimmen die Wirkung des Bildes. Besonders charakteristisch sind seine oft eher gedämpften Farbklänge, denen gleichzeitig einzelne helle Lichtpartien gegenübergestellt werden.
Eine Freiburger Ausstellung charakterisierte seine Landschaften treffend als von einer häufig melancholischen Grundstimmung geprägt. Gerade bei seinen Meeresbildern spielen Brandung, Lichtreflexe und Spiegelungen eine wichtige Rolle.
Das Licht besitzt bei Hoch eine zentrale Funktion.
Nicht der einzelne Baum, das Haus oder der Berg stehen isoliert im Mittelpunkt. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel der Elemente unter bestimmten atmosphärischen Bedingungen.
Ein bewölkter Himmel kann eine Landschaft völlig anders erscheinen lassen als ein sonniger Nachmittag. Morgen- und Abendlicht verändern die Farben, während Nebel und Dunst die Konturen auflösen.
Hoch interessiert sich häufig für genau diese Übergangszustände.
Ein Titel wie „Letztes Leuchten“ bringt diese Haltung bereits sprachlich zum Ausdruck. Auch Werke wie „Abendstimmung“, „Vorfrühlingssonne“, „Gletscher“ oder „Morgen am Simplonpass“ zeigen, wie stark Hoch Landschaften über Licht- und Stimmungserfahrungen definiert. In überlieferten Werkverzeichnissen finden sich zahlreiche solcher Landschaftsstudien und Stimmungsbilder. Hochs Farbigkeit ist dabei keineswegs nur dekorativ.
Oft verwendet er eher gedeckte, gebrochene Töne. Diese werden jedoch durch Lichtakzente belebt. Gerade dadurch entsteht jene für ihn charakteristische Verbindung von Melancholie und Leuchten.
Die Freiburger Museumspräsentation seines Werkes hob ausdrücklich hervor, dass Hoch seinen zumeist gedeckten Farben ein „aus der Tiefe leuchtendes“ Licht entgegensetzt. Dadurch entsteht eine sehnsüchtige, melancholische Wirkung.
Diese Eigenschaft unterscheidet ihn auch von einer rein dekorativen Jugendstilmalerei.
Hochs Farbe ist zunächst atmosphärisch.
Sie beschreibt nicht nur die Oberfläche eines Gegenstandes, sondern vermittelt eine emotionale Wahrnehmung der Landschaft.
Besonders interessant wird Hochs Entwicklung dort, wo die impressionistische Naturbeobachtung in eine stärkere Formvereinfachung übergeht.
Hier liegt der eigentliche Übergang zum Jugendstil.
Die Landschaft wird zunehmend aus größeren zusammenhängenden Formen aufgebaut. Baumgruppen, Häuser, Berghänge oder Wasserflächen können stärker zusammengefasst werden. Einzelheiten treten zurück.
An die Stelle einer detaillierten Wiedergabe tritt eine kompositorische Ordnung.
Die Natur wird damit gewissermaßen zur Fläche.
Diese Entwicklung ist bei Hoch nicht plötzlich, sondern entsteht aus seiner Beschäftigung mit der Grafik.
1898 übersiedelte Hoch nach München und ließ sich am Wörthsee nieder. Dort kam er mit der Münchner Kunstszene in Kontakt und stand der Künstlervereinigung „Die Scholle“ nahe. Diese Künstlergruppe entstand im Umfeld der Münchner Secession und wurde unter anderem mit Künstlern wie Leo Putz verbunden.
Die Bedeutung dieser Verbindung sollte nicht überschätzt werden, denn Hoch war kein typischer Vertreter einer einzigen Künstlergruppe.
Dennoch erklärt sie einiges an seiner stilistischen Entwicklung.
Das Münchner Kunstleben um 1900 war von einem ausgesprochenen Stilpluralismus geprägt. Impressionismus, Symbolismus, Jugendstil, Naturalismus und dekorative Flächenkunst existierten nebeneinander und beeinflussten sich gegenseitig.
Hochs Werk ist geradezu ein Beispiel für diese Situation.
Er war kein dogmatischer Vertreter einer Kunstrichtung.
Er nahm vielmehr unterschiedliche moderne Anregungen auf und entwickelte daraus seine eigene Landschaftssprache.
Von besonderer Bedeutung war außerdem seine Beschäftigung mit der Dachauer Künstlerlandschaft.
Zwischen 1900 und 1914 hielt sich Hoch wiederholt in der Dachauer Künstlerkolonie auf.
Dachau und die oberbayerische Landschaft boten Künstlern eine Verbindung aus ursprünglicher Natur, bäuerlicher Kulturlandschaft und besonderen Lichtverhältnissen.
Für Hoch war dies ein ideales Arbeitsfeld.
Hier konnte er seine impressionistische Beobachtung der Natur mit einer zunehmenden Vereinfachung verbinden.
Die Natur erscheint dabei häufig weniger idyllisch als vielmehr still, ernst und kontemplativ.
Reisen führten ihn unter anderem nach Italien, Dalmatien und Griechenland. Besonders die mediterrane Landschaft eröffnete ihm neue Möglichkeiten für seine Beschäftigung mit Licht und Farbe.
Ein frühes Beispiel ist die „Italienische Küstenlandschaft mit Klosteranlage“ von 1893. Auch Werke wie „Gravosa, Dalmatien“ von 1895 zeigen sein Interesse an südlichen Landschaften.
Gerade das Meer war für Hoch ein faszinierendes Motiv.
Die Bewegung der Brandung bot ihm die Möglichkeit, Licht und Farbe nicht nur an festen Gegenständen, sondern in einer ständig veränderlichen Oberfläche zu untersuchen.
Hier wird sein impressionistisches Interesse besonders deutlich.
Hochs Lebensweg wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh beendet.
Er starb 1916 in den Vogesen.
Sein Tod fiel damit in eine Zeit, in der sich die europäische Kunst bereits grundlegend verändert hatte. Expressionismus, Kubismus und andere avantgardistische Richtungen stellten die traditionelle Landschaftsmalerei zunehmend infrage.
Hoch selbst hatte diese Entwicklung nur teilweise miterlebt.
Seine Kunst blieb der Landschaft verbunden, hatte sich aber bereits deutlich von der akademischen Naturdarstellung entfernt.
Franz Xaver Hoch kann als ein charakteristischer Vertreter jener Generation betrachtet werden, die um 1900 den Übergang von der traditionellen Landschaftsmalerei zur modernen Kunst vollzog.
Seine frühe Ausbildung bei Emil Lugo und Gustav Schönleber vermittelte ihm die solide Grundlage der Landschaftsmalerei. Die Auseinandersetzung mit Leopold von Kalckreuth führte zu einer stärkeren Stilisierung. In München und im Umfeld der Künstlergruppe „Die Scholle“ begegnete er den neuen Tendenzen der Zeit. Seine Beschäftigung mit der Landschaft von Oberbayern, Dachau, Italien, Dalmatien und den Alpen führte schließlich zu einer eigenständigen Verbindung aus Naturbeobachtung, Impressionismus und dekorativer Formvereinfachung.
Besonders bemerkenswert ist die unterschiedliche Entwicklung von Malerei und Grafik.
Während seine Ölbilder häufig durch Licht, Atmosphäre und eine melancholische Stimmung bestimmt werden, entwickeln seine Farblithografien eine wesentlich stärker stilisierte, flächige und lineare Bildsprache. Hier wird die Nähe zum Jugendstil besonders deutlich.
Hochs eigentliche Bedeutung liegt deshalb vielleicht weniger darin, einer bestimmten Kunstrichtung eindeutig zugeordnet werden zu können. Interessanter ist vielmehr seine Stellung zwischen den Richtungen.
Er macht sichtbar, wie aus der impressionistischen Beobachtung der Natur allmählich eine neue, moderne Bildsprache entstehen konnte – eine Bildsprache, in der Landschaft nicht mehr nur gesehen, sondern empfunden, vereinfacht und gestaltet wird.
Damit steht Franz Xaver Hoch exemplarisch für die faszinierende Übergangsphase zwischen dem späten 19. Jahrhundert und der Moderne.
Seine Kunst ist ein Beispiel dafür, dass Impressionismus und Jugendstil keine strikt voneinander getrennten Welten waren. Bei Hoch begegnen sie sich in der Landschaft: Das impressionistische Interesse gilt dem wechselnden Licht und der Atmosphäre, während der Jugendstil die Natur in Linie, Fläche und dekorative Ordnung übersetzt.
Gerade diese Verbindung macht Franz Xaver Hoch zu einem bemerkenswerten Künstler der deutschen Kunst um 1900.
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| Epoche | 1890 bis 1919 |
|---|---|
| Jahr | 1910 |
| Produktionszeitraum | 1890 bis 1919 |
| Hergestellt in | Deutschland |
| Kennzeichnung vorhanden | Dieses Stück verfügt über eine Kennzeichnung |
| Stil | Impressionismus |
| Zustand | Sehr gut — Dieser Vintage/antike Artikel hat keine Mängel, kann jedoch leichte Gebrauchsspuren aufweisen. |
| Details über Schäden und Restaurierungen |
Leichte altersbedingte Gebrauchsspuren
|
| Artikelnummer | QFT-2609706 |
| Material | Öl |
| Farbe | Mehrfarbig |
| Breite | 100 cm 99.5 cm |
| Tiefe | 5 cm 5 cm |
| Höhe | 85 cm 84.5 cm |







































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